Die altösterreichische Mehlspeisenküche verbreitet immer noch ihren Zauber. Auch wenn sich die Grenzen der k. u. k. Monarchie längst verändert haben, wirken die Traditionen und die Gemeinsamkeiten der österreichischen, tschechischen und ungarischen Backkunst weiter fort.
Die Kunst des Backens blühte im 18. Jahrhundert regelrecht auf – sowohl im privaten als auch im professionellen Bereich. Durch die Errungenschaften der „Industriellen Revolution“, die zu Beginn des 19. Jahrhunderts auch Österreich erfasst hatte, konnten Mehl und Zucker von immer besserer Qualität und Quantität hergestellt und gleichzeitig zu sinkenden Preisen verkauft werden. Dadurch wurden süße Mehlspeisen auch für das Volk erschwinglich.
Immer neue Rezepte wurden erfunden. Mit immer feinerem Mehl gelangen hellere, lockerere Backwaren. Der Blätterteig, das Biskuit und das Baiser wurden erfunden. Zahlreiche Konditoreien entstanden, in denen Kuchen und Torten mit klingenden historischen Namen verkauft wurden. Innerhalb Europas entbrannte ein wahrer Wettstreit um die Vorrangstellung im süßen Gewerbe. Federführend aber waren und blieben die Zuckerbäcker und die Kaffeehäuser in Wien.
Eine Vorrangstellung, die die österreichische Mehlspeisküche bis heute in aller Welt innehält. So ist das Kaffeehaus immer noch ein Inbegriff des „Österreichischen“ und Anziehungspunkt für zahlreiche Touristen. Eine „gute alte“ Tradition im besten Sinne, die nach wie vor mit Leben erfüllt ist.
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